Getreidepflanze und Getreidekorn

Getreidewissen

Wie sind Getreidepflanze und Getreidekorn aufgebaut?

Alle Getreidepflanzen weisen einen ähnlichen Aufbau auf. Sie bestehen aus den Wurzeln, dem Stängel mit Knoten und Blättern und dem Blütenstand.

Das verzweigte Wurzelsystem des Getreides verankert die Pflanze im Boden und nimmt Wasser sowie Nährstoffe auf, die für das Wachstum benötigt werden. Den oberirdischen Teil der Pflanze bildet der Halm zusammen mit der Ähre. Der Halm besitzt mehrere Knoten, aus denen die Blattscheiden und Blätter entstehen. Der Blütenstand, der sich im Laufe der Pflanzenentwicklung zum Fruchtstand entwickelt und die Getreidekörner enthält, wird beim Weizen, Roggen und der Gerste als Ähre bezeichnet, wohingegen beim Hafer und Reis von der Rispe gesprochen wird und bei der Maispflanze vom Kolben. Neben den Körnern gehören zur Ähre bei manchen Getreidearten (Weizen, Gerste, Roggen, Triticale) auch noch die Grannen, die je nach Getreideart unterschiedlich lang sind und genutzt werden können, um die verschiedenen Getreidearten zu unterscheiden.

Ein Getreidekorn besteht aus drei Hauptbestandteilen: der Schale, dem Mehlkörper und dem Keimling. Die feste Schale umgibt das Korn und schützt es. Sie besteht aus verschiedenen Schichten ­– Fruchtschale, Samenschale und Aleuronschicht – und enthält besonders viele Ballaststoffe und Mineralien. Die 3 Hauptschalen bestehen zum Teil wiederum aus mehreren Schichten. Ganz außen liegt die Fruchtschale. Sie wird unterteilt in innere und äußere Fruchtschale (Endo- und Epikap) sowie Oberhaut, auch Epidermis genannt. Auf die Fruchtschale folgt die Samenschale. Sie besteht aus zwei Schichten, der Samenschale (Episperm) und der eigentlichen Samenschale (Testa). Ganz innen befindet sich die Aleuronschicht, auch Eiweiß- und Ölschicht genannt. Sie umgibt Mehlkörper und Keimling.

Ganz innen liegt der Mehlkörper – fachlich Endosperm genannt – welcher 80 Prozent des Korns ausmacht. Er enthält vor allem Kohlenhydrate in Form von Stärke, Eiweiß und löslichen Ballaststoffen.

In der Spitze des Korns befindet sich der Keimling. Er ist nach unten zum Mehlkörper durch eine Saugschicht, das sogenannte Schildchen oder Scutellum abgetrennt. Der Keimling ist der pflanzliche Embryo. Aus ihm wächst später eine neue Pflanze heran. Obwohl der Keimling recht klein ist – sein Masseanteil am Korn macht gerade einmal 2 bis 5 Prozent aus, bei Mais bis zu 12 Prozent – steckt er voller Nährstoffpower in Form von Eiweiß, Fett, Mineralien und Vitaminen. Dazu gehören vor allem Vitamin B1, B3 und Vitamin E. Das enthaltene Fett setzt sich zu 63 Prozent aus mehrfach und zu 17 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren zusammen.

Hafer-, Gerste- und Dinkelkörner werden zusätzlich noch von einer Spelze umgeben, welche beim Ernten des Getreides nicht abfällt. Diese muss daher anschließend in einer Schälmühle entfernt werden.

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