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Getreide in der Entwicklungsgeschichte des Menschen

Die Entwicklung des Menschen vom Jäger und Sammler hin zum sesshaften Ackerbauern wird eng mit der Kultivierung lagerfähiger und haltbarer Pflanzen, wie dem Getreide, verknüpft. Nicht ohne Grund finden sich immer wieder Hinweise darauf, dass Süßgräser und andere stärkehaltigen Pflanzen schon für unsere Vorfahren in der Steinzeit von Bedeutung waren. Forschungsergebnisse von 2009 führen zudem zu der Annahme, dass Getreide schon viel früher als bisher angenommen eine Rolle für die menschliche Ernährung spielte. Damals hatten Forscher Reste von Sorghumhirse in einer mosambikanischen Steinzeithöhle entdeckt und ihr Alter auf etwa 100.000 Jahre datiert. Der erste planmäßige und „großflächige“ Anbau begann nach heutigem Stand der Forschung vor ca. 10.000 Jahren im Nahen und Mittleren Osten zwischen Euphrat, Tigris, Nil und Indus.

Wie wichtig das Getreide und die daraus gewonnenen Produkte für die Menschen sind, zeigt sich auch daran, dass es immer wieder in den (Kultur-)Geschichten auftaucht. So berichtet etwa das Alte Testament vom Auszug der Israeliten aus Ägypten. Laut Überlieferung sollen die Hebräer beim Aufbruch zum Fluss keine Zeit gehabt haben, den Teig für die Brote zu säuern („gehen zu lassen"), so dass sie flache Fladen zur Stärkung aßen. Deswegen wird heute immer noch beim jüdischen Passahfest ungesäuertes Brot („Matze“) gegessen - als Erinnerung an das Ereignis der Vorfahren. Auch das christliche Glaubensbekenntnis bittet: Vater unser im Himmel (…) unser täglich Brot gib uns heute (…).

Getreidearten

Zum Getreide zählen insgesamt sieben Pflanzenarten aus der Familie der Süßgräser: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Reis und Mais.  Die drei Hauptgetreide Reis, Mais und Weizen decken 50 Prozent des weltweiten Nahrungsbedarfs. Damit ist Getreide für die menschliche Ernährung von enormer Bedeutung.

Heute stellen Weizen, Gerste, Roggen und Mais den Schwerpunkt des landwirtschaftlichen Anbaus in Mitteleuropa dar. Mit rund 6,5 Millionen Hektar nutzen die Landwirte über die Hälfte der Ackerfläche in Deutschland für den Getreideanbau. Kein anderer Rohstoff wird jeden Tag so zahlreich und so variantenreich zubereitet.

Daneben gibt es auch noch die sogenannten Pseudogetreide. Sie gehören nicht zur Familie der Süßgräser, enthalten aber ebenfalls Stärke und Eiweiß und lassen sich, ähnlich wie Getreide, zum Beispiel zu Brei und Mehl verarbeiten. Oft fehlen ihnen aber typische Backeigenschaften, wie sie beispielsweise der Weizen mitbringt, denn sie sind allesamt glutenfrei. Zu den Pseudogetreiden zählen Quinoa, Buchweizen und Amarant.