30.11.2022 ERNÄHRUNG & GESUNDHEIT WISSEN & TIPPS

Sicher backen in der Weihnachtszeit - Finger weg vom rohen Teig

Wer nascht nicht gern vom leckeren, rohen Plätzchenteig? Jeder! Dass Plätzchenteig krank machen kann, wissen nur wenige. Deshalb lieber Finger weg vom rohen Teig. Alle Infos dazu findet ihr in unserem Beitrag.

Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit

Dieser Duft in der Weihnachtsbäckerei. Und der Spaß. Schütten, mischen, rühren, naschen. Naschen? Bitte nein! So groß die Versuchung auch ist, das Verzehren rohen Teiges birgt Risiken, die über das bloße, von sorgevollen Eltern gern gesagte „nicht zu viel, davon bekommst du sonst Bauchschmerzen“ hinausgehen können.

Gehen wir einmal die Zutaten eines klassischen Plätzchenteigs durch: da gibt es Butter, Zucker, etwas Salz, evtl. Backpulver oder Hefe, Eier und Mehl. Der rohe Verzehr von Butter, Zucker und Salz ist, von den üblichen Begleiterscheinungen bei übermäßigem Verzehr mal abgesehen, unbedenklich.

Blähungen von Backpulver und Hefe

Backpulver und Hefe sind Backtriebmittel, mit deren Hilfe der Teig schön aufgehen soll. Backpulver besteht aus Natron (Natriumhydrogencarbonat), einer Säure (meist Zitronen- oder Weinsteinsäure) und einem Trennmittel, damit die beiden Hauptbestandteile erst im Teig miteinander reagieren und nicht schon im Beutelchen. Beim Backen mit Backpulver und Hefe bildet sich Kohlendioxid, der Teig geht dadurch schön auf und wird fluffig. Verzehrt im rohen Teigt, entweicht das Kohlendioxid im Magen-Darm-Trakt. Das ist zwar gesundheitlich unbedenklich, kann jedoch unangenehme bis schmerzhafte Blähungen verursachen.

Eier und Mehl können zu Bauchweh, Übelkeit und Durchfall führen

Eier und Getreide – aus dem das Mehl entsteht – sind Naturprodukte. Da sie nicht unter sterilen Bedingungen produziert werden, können Sie Mikroben etwa aus der Erde, dem Stall oder der Luft enthalten.

Bei Eiern sind es typischerweise Salmonellen, die auf der Eierschale sitzen und beim Aufschlagen in den Teig gelangen können. Salmonellen sind Bakterien, die sich im Magen-Darm-Trakt vermehren und Symptome wie Übelkeit, Durchfall und Fieber auslösen können.

Vielleicht habt ihr auch schon mal auf der Mehlpackung den Hinweis gelesen: „Mehle und Teige sind nicht zum Rohverzehr bestimmt und müssen stets gut durcherhitzt werden“. Denn auch Bakterien im Mehl können zu Bauchschmerzen, Übelkeit und in selten Fällen sogar zu ernstzunehmenden Durchfall- oder Nierenerkrankungen führen. Es handelt sich dabei meist um sogenannte Escherichia coli Bakterien.

Backen macht das Mehl sicher

Wer also sicher gehen will und unangenehme Nachwirkungen vermeiden möchte, sollte backen. Also: Lass den rohen Teig unbedingt in der Schüssel. Backe Deine Plätzchen gut durch, aber denke daran: Vergolden statt verkohlen. So kommst du sicher durch die Weihnachtszeit!

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