Butterbrief: Wie die Butter in den Stollen kam

Was wäre Weihnachten ohne Stollen! Aber wusstet Ihr, dass die gute Butter im Stollen lange Zeit verboten war? Was der Grund für dieses Verbot war und wie die Butter dann doch noch in den Stollen kam, erfahrt Ihr in diesem Beitrag!

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Adventszeit: Heute Völlerei, früher Fastenzeit

Beim Stollen handelt es sich um einen schweren, also fettreichen Hefeteig – ohne den Geschmacksträger Butter würde der Stollen also nur halb so gut schmecken! Aber wusstet Ihr, dass die Butter im Stollen lange verboten war? Im Gegensatz zu heute, war der Advent früher die traditionelle christliche Fastenzeit und tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Milch bzw. Butter verboten.

Rapsöl statt Butter

Dass der Stollen heute so gut schmeckt, verdanken wir dem sächsischen Fürsten Ernst und dessen Bruder Albrecht. Sie baten Papst Innozenz VIII. um eine Ausnahme für die Verwendung von Butter im traditionellen Adventsgebäck. Ihr Argument: Sie befürchteten, dass sich das anstelle der Butter verwendete Rapsöl schlecht auf die Gesundheit ihrer Untertanen auswirken könnte.

Der "Butterbrief"

Ob das gesundheitliche Argument nur vorgeschoben war, um die "gute Butter" für den Stollen verwenden zu dürfen, lässt sich heute nicht mehr sagen. Auf jeden Fall waren die beiden Fürsten erfolgreich: Die Verwendung von Butter im Stollen wurde ihnen im sogenannten „Butterbrief“ des Papstes von 1480 gestattet! Ganz umsonst gab es die Butter allerdings nicht, für das Stollenbacken mussten fortan Abgaben entrichtet werden, mit denen u.a. der Bau von Kirchen finanziert wurde.

Stollen heute

Gemäß den deutschen Lebensmittelrecht muss der Stollen heute Butter enthalten und davon nicht zu wenig: Auf zehn Kilogramm Mehl müssen mindestens 3 Kilogramm Butter kommen. Aus dem mittelalterlichen Stollen, der zum ersten Mal 1329 im Naumburger Bäckerprivileg erwähnt wird, ist ein reichhaltiges, feines Gebäck geworden. Damals handelte es sich eher noch um große Weizenbrote, als um das süße Gebäck mit Puderzucker, Trockenfrüchten und Nüssen, wie wir es heute kennen. Woher der Brauch des Backens zur Weihnachtszeit kommt und welches das beste Mehl für Stollen ist, erfahrt Ihr in den verlinkten Blogbeiträgen!

 

Quelle

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