Deutsche Mühlen

Deutsche Mühlen

Von außen betrachtet sehen Mühlen heute vielfach aus wie viele andere Industrieunternehmen. Doch was sich im Innern abspielt, ist technisch ausgeklügelt und genau auf das Korn abgestimmt. Von besonderer Bedeutung für deutsche Mühlen sind Hygienevorschriften und Lebensmittelsicherheit. Bei der Herstellung von Mahlprodukten wird größte Sorgfalt angewandt. Bei der Anlieferung des Getreides wird das Korn geprüft, beispielsweise auf Feuchtigkeit, Eiweißgehalt, Stärkeeigenschaften und Sauberkeit. Der Müller entnimmt Proben und untersucht sie.

Getreidepartien können anhand der Laborproben gezielt gemischt werden, um gleichmäßige Qualität zu sichern oder Mehle für spezielle Backwaren und andere Lebensmittel zu mahlen. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung wird das Getreide – nach Backeigenschaften vorsortiert – in Vorratssilos eingelagert. Grundlegend für den  Herstellungsprozess heutzutage ist die rein mechanische Reinigung.  Sand, Steinchen, Unkrautsamen oder Stroh werden entfernt – zurück bleibt sauberes, gesundes Getreide.

Um die Schale besser vom Getreideinneren, dem Mehlkern, trennen zu können, wird Wasser in einem feinen Nebel und in genauer Dosierung auf das Korn gesprüht. Die äußere Schale wird elastisch und das Korn zunächst in Längsrichtung aufgebrochen – „geschrotet“.

Der Mahlvorgang wird mit dem sogenannten Walzenstuhl verrichtet, der die Zerkleinerung millimetergenau durchführt. Durch mehrfaches anschließendes Sieben wird ein immer feineres Produkt erzielt. Der Plansichter, ein Gerät mit bis zu 27 übereinander gestapelten Sieben unterschiedlicher Maschenweite, sortiert das Mahlgut. Mahlen und Sieben wiederholen sich so oft, bis die Schalen frei vom Mehlkern sind. Diese bilden die Kleie oder dienen zur Herstellung von Vollkornmehl und -schrot.

Walzenstuhl

Dieses Verfahren garantiert den Verbrauchern heute optimale Qualität – Vitamine bleiben durch das effektive und schonende Verfahren erhalten, die gewünschten Backeigenschaften werden herausgearbeitet. In jedem Schritt vom Korn zum Mehl wird die Qualität streng überprüft, denn in jeder Zwischenphase wird getestet und sortiert. In der „Versuchsbäckerei“ wird zur Probe gebacken, um zu überprüfen, ob das Produkt die gewünschten Backeigenschaften besitzt.

Unsere interaktive Bildergalerie lädt zu einem virtuellen Mühlenrundgang ein. Das „Mühlenposter“ zeigt zunächst als Grafik den schematischen Ablauf der müllerischen Produktion vom Getreide zum Mehl. An 28 Punkten ist – jeweils per Mausklick – ein Blick hinter die Kulissen einer modernen Getreidemühle möglich. Die „Aufklappseiten“ erläutern in Bildern und knappen Worten, wie die Müllerinnen und Müller mit ihrem verfahrenstechnologischen Know-how für unser täglich’ Mehl sorgen – an den Schaltstellen für Sicherheit und Qualität auf dem Weg vom Korn zum Brot.

Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) vertritt die Interessen der Getreidemühlen in Deutschland und berät seine Mitglieder in allen politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Fragen. Er entstand 1998 als Zusammenschluss der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Handelsmühlen und des Deutschen Müllerbundes. Mühlenverbände gibt es bereits seit 1864 in Deutschland.