Getreide im Tank?
Getreide kann nicht nur zur Mehl- oder Futtermittelherstellung genutzt werden. Auch Biokraftstoffhersteller setzen auf deutsches Korn. Die sogenannte „Nutzungskonkurrenz“ um Getreide zwischen Nahrungsmittel- und Energieerzeugung ist ein aktuelles Thema in Wirtschaft und Politik.
Die Europäische Union (EU) will die klimaschädigenden Emissionen bis zum Jahr 2020 um ein Fünftel gegenüber 1990 reduzieren. 20 Prozent des Energiebedarfs und 10 Prozent des Kraftstoffbedarfs sollen aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden.
Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) plädiert dafür, die Bioenergieförderung für Biogas, Biodiesel und Bioethanol zu überdenken. Sie könnte dazu führen, dass die Lebensmittelerzeugung in andere Staaten abgedrängt wird – eine weder aus agrar- noch aus gesellschafts- und umweltpolitischer Sicht wünschenswerte Entwicklung. Schließlich könnte der zunehmende Getreideanbau für die Energiegewinnung zu steigenden Weltmarktpreisen für Agrarprodukte führen.
Die in Europa verfügbaren Anbauflächen reichen für diese Zwecke gar nicht aus – abgesehen von den Gefahren für die Welternährung. Der VDM ist wegen der Nutzungskonkurrenz gegen die Bioenergiegewinnung aus verzehrfähigem Getreide. Gute Böden werden sonst der Aufzucht von Brotgetreide entzogen. Sinnvoll ist hingegen der Einsatz von Mühlenreststoffen wie beispielsweise Getreidespelzen, die in den Brennstoffkatalog auf Betreiben des Verbandes aufgenommen wurden. Noch sinnvoller wäre es, diesen Rohstoffen den Bonus für Strom aus nachwachsenden Rohstoffen („Nawaro-Bonus“) zu gewähren, der bislang auf Energiepflanzen begrenzt ist.




