Das Mehl-Lexikon: P-T
Plansichter ⇒ Der Plansichter ist eines der wichtigsten Geräte in einer modernen Mühle. Es handelt sich um einen großen, hin und her schwingenden Schrank mit bis zu 27 übereinander gestapelten Sieben unterschiedlicher Maschenweite. In ihm wird das Mahlgut nach Größe sortiert. Die größeren und mittelgroßen Kornteile, die auf den Sieben zurückbleiben, werden zurück in den Walzenstuhl geführt und erneut gemahlen und gesiebt.
Preise ⇒ Der Jahresumsatz der Mühlenbranche 2008 beläuft sich auf 1,8 Mrd. Euro. Im Jahr zuvor lag er noch bei 2,2 Mrd. Euro. Für den Rückgang innerhalb eines Jahres machen die deutschen Mühlen vor allem den vorangegangenen Getreidepreis-Boom verantwortlich: Anfang 2008 lag der Großhandelspreis für eine Tonne Weizen zeitweise bei über 300 Euro, Mitte 2009 mit rund 140 Euro bei weniger als der Hälfte. Die Mehlpreise im Supermarkt blieben trotz des Getreidepreisanstiegs konstant.
Reinigung ⇒ Der Getreidereinigung schenkt der Müller auf dem Weg vom Getreide zum Mehl besondere Aufmerksamkeit: Im „Aspirateur“ (frz.: Gebläse) werden mit hohem Druck leichtere Teilchen wie Stroh, Sand und Staub „herausgepustet“. Schwere Teilchen wie kleine Steine werden im Steinausleser vom Getreide getrennt, eventuelle Metallteile mit Magneten herausgezogen. Trieure (frz.: Ausleser) sind Walzen, die alle Bestandteile aussondern, die nicht die Form von Roggen- oder Weizenkörnern haben. Das können zum Beispiel andere Getreidekörner, Unkrautsamen oder sonstige Verunreinigungen sein. Dann wird die Schale des Korns in der sogenannten Weißreinigung gescheuert, abgebürstet oder die äußere Kornschale geschält. Im Reinigungsverfahren wird heute auch Hightech eingesetzt: Ein „Farbausleser“ sucht mit Fotozellen nach schwarzen Pilzverunreinigungen und befördert diese gezielt per Druckluft aus dem Strom gesunder Körner heraus.
Rohstoffe ⇒ Um gleich bleibende Qualität für die Verbraucher zu gewährleisten, beginnt der hohe Qualitätsstandard deutscher Mühlen beim Einkauf der Rohstoffe. Bei der Anlieferung des Getreides wird das Korn genauestens auf Feuchtigkeit, Eiweißgehalt, Stärkeeigenschaften und Sauberkeit geprüft. Getreidepartien werden gezielt gemischt, um gleichmäßige Qualität zu sichern oder Mehle für spezielle Anwendungen zu mahlen. Von besonderer Bedeutung für deutsche Mühlen beim gesamten Herstellungsprozess sind Hygienevorschriften und Lebensmittelsicherheit.
Schroten ⇒ Um an den Mehlkern zu gelangen, muss das Korn zunächst vorsichtig in Längsrichtung aufgebrochen, das heißt geschrotet werden. Beim Schroten fallen Kornteile unterschiedlicher Größe an, die in einem ersten Siebvorgang sortiert werden. Das Mahlen und Sieben wiederholt sich so oft, bis den Schalen kein Teil des von Natur aus hellen Mehlkerns mehr anhaftet. Die verbleibenden braunen Schalen bilden die Kleie oder dienen zur Herstellung von Vollkornmehl und -schroten, denn dazu werden alle Teile, auch der Keimling und die Randschichten, zusammengeführt.
Technologie ⇒ Das vielstufige Verfahren der Mehlherstellung garantiert die besondere Qualität deutscher Getreideprodukte. Mühlen sind heutzutage technologisch ausgeklügelte Unternehmen. So kann das Getreide sehr viel effektiver und schonender verarbeitet werden, um alles Gute aus dem Korn zu gewinnen und zu erhalten.
Typenzahl ⇒ Mehle werden nach der sogenannten Typenregelung (DIN-Norm 10 355) unterschieden. Die Typenzahl wird bestimmt, indem man Mehl bei etwa 900 °C verglüht, bis nur noch die Mineralstoffe übrig bleiben. Diese Mineralstoffmenge (früher Asche genannt) in mg aus 100 g Mehl entspricht dann der Mehltype. 100 g Weizenmehl der Type 1050 enthalten also beispielsweise 1050 mg Mineralstoffe. Daneben werden Vollkornschrot, Vollkornmehl, Grieß und Dunst hergestellt, die keine Typenzahl haben, sondern im Feinheitsgrad unterschieden werden.




