Das Mehl-Lexikon: F-J
Futtermittel ⇒ In Mühlen werden nicht nur Mehle, sondern auch Futtermittel hergestellt, sei es als Einzelfuttermittel oder in Mischfuttermitteln. Die Produktion von Mühlenfuttermitteln (Kleie, Grießkleie, Futtermehl, Nachmehl) beläuft sich in Deutschland auf über 1,5 Millionen Tonnen jährlich.
Getreidesilo ⇒ An den hohen, schlanken Silos kann man Mühlen weithin erkennen. Im Silo werden große Mengen an Getreide gespeichert. Die Aufsicht über alle Abläufe hat der Getreidesilomeister.
Grieß ⇒ Neben den Mehlen gehört auch Weizengrieß zur „Produktfamilie“: Er besteht aus relativ großen Teilchen aus dem Mahlvorgang, die besonders „geputzt“ werden, um sie von den noch anhaftenden Schalenteilchen zu trennen. Grieß ist also im Grunde ein besonders grobes Mehl und gehört mit zu den Nährmitteln – z. B. für Grießpudding, Teigwaren oder als Suppeneinlage. In Norddeutschland ist der Pro-Kopf-Verzehr am höchsten. Traditionell werden hier insbesondere zwischen Mai und September viele Grießspeisen gegessen – vor allem süße Puddings und Flammeris. Hierfür wird vor allem der weißlich-hellgelbe Weichweizengrieß verwendet. In Süddeutschland wird der intensiv-gelbe Hartweizengrieß bevorzugt – besonders für Nudeln beziehungsweise Spätzle.
Haushaltsmehl ⇒ Die Mehltype 405 ist das „klassische“ Haushalts- bzw. Kuchenmehl mit guten Backeigenschaften und hohem Bindevermögen. Geregelt sind die Mehltypen über die DIN-Norm 10 335 (siehe Typenzahl).
Innovationen ⇒ Die hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards deutscher Mahlerzeugnisse sind der Innovationsfreude und der Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Mühlenwirtschaft zu verdanken. Als „elektronisches Aschenputtel“ erkennt beispielsweise der Farbausleser alles, was kein verwertbares Getreidekorn ist und sortiert es mit Hilfe von Druckluftstößen aus. Schon heute lässt sich elektronisch die gesamte Kette der Lebensmittelproduktion zurückverfolgen, vom Brötchen auf dem Teller bis zum Feld, auf dem das Getreide stand. Die Sicherheit für den Verbraucher ist ein äußerst wichtiges Anliegen der Branche, die mit großem Engagement kontinuierlich gewahrt und weiterentwickelt wird.
Instantmehl ⇒ Instantmehl ist ein Produkt, das sich sofort – ohne zu klumpen beziehungsweise zu rühren – in der Flüssigkeit verteilt. Durch die gegenüber Mehl größeren Dunstteilchen ist es stets locker und saugt viel Flüssigkeit auf. Deshalb benötigt man etwa zehn Prozent mehr Flüssigkeit als beim normalen Haushaltsmehl. Es eignet sich bestens für das Binden von Suppen und Soßen. Im Unterschied zu Soßenbindern aus Stärke wird die Soße nach dem Erkalten nicht flüssig, sondern steif. Nach dem Erhitzen nimmt die Soße jedoch ohne Flüssigkeitszufuhr wieder ihre alte Konsistenz an. Bei Soßenbindern wird die Soße dagegen nach dem Erkalten flüssig, so dass beim Wiedererhitzen erneut Soßenbinder zugefügt werden muss, um die Soße wieder zu binden.




